Chronik

Auf den nachfolgenden Seiten ist die Chronik des Heimatverein „Weidaperle Göhren- Döhlen“ e. V. zu sehen. Die Geschichte des Heimatvereins beginnt schon fast ein Jahr vor seiner Gründung:

Das Dorffest

Am 28. Juni 1992 wurde von den Einwohnern Göhren- Döhlens wieder ein Dorffest organisiert. Seit der Brückenweihe im Jahr 1954 war dies das 1. Dorffest. Der Bürgermeister der Gemeinde, Andreas Brandt, hatte die Idee hierzu. Er konnte viele Einwohner von dieser Idee überzeugen und so wurde die ehemalige Feldscheune in Döhlen samt umliegender Wiese zum Festgelände umgestaltet.

Nach vielen Stunden der Vorbereitung wurde das 1.Weidatalfest zünftig mit einem Fass Freibier eröffnet. Bei Musik, guter Laune, Spiel und Spaß sowie jeder Menge Thüringer Köstlichkeiten vom Rost wurde es ein voller Erfolg für alle und der Zusammenhalt in der Gemeinde wurde gestärkt.

Als Dankeschön an alle Helfer wurde eine Fahrt ins Fichtelgebirge organisiert und ein Billardtisch für das Gemeindehaus gekauft.

Die Gründung

Im Herbst wurde immer noch von diesem tollen Fest gesprochen und es wurde beschlossen, dass dies nicht das letzte Fest sein sollte. In einer Einwohnerversammlung am 9. Dezember 1992 wurde nach langer Diskussion der Heimatverein „Weidaperle Göhren- Döhlen“ gegründet. Aufgaben des neuen Vereins sind die Brauchtumspflege, Einrichtung und weitere Gestaltung der Heimatstube, Förderung und Pflege des geselligen Landlebens, Verschönerung des Ortsbildes, Durchführung des Weidatalfestes sowie die Pflege des Kriegerdenkmals.

Zum ersten Vorsitzenden wurde Volker Heuschkel gewählt. Zum Stellvertreter wurden Susanne Niederle und Hartmut Rocktäschel, Schriftführer Martina Rietzscher und zur Kassiererin Angelika Sorgalla gewählt. Somit konnte der Verein seine Arbeit aufnehmen. Zu den ersten Aufgaben gehörte die Ausarbeitung der Vereinssatzung. Am 21. April wurde der Verein ins Vereinsregister unter der Nummer …. eingetragen. Am 27. Januar zur 1. Mitgliederversammlung gehörten bereits 23 Mitglieder dem Heimatverein an.

Erste Höhepunkte des Vereinslebens waren eine Faschingsfeier und ein Vortrag zur Geschichte der „Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“.

Um das 2. Weidatalfest wieder durchführen zu können mussten umfangreiche Vorbereitungsarbeiten durchgeführt werden. Ein fester Trinkwasseranschluss vom Gehöft Schlegel wurde in Eigenregie gelegt und die Festhalle wurde weiter verschönert.

Am 26. Juni 1993 fand das 2. Weidatalfest statt. Hier ein kurzer Auszug aus dem Festprogramm: Frühschoppen mit den Oberlandbubn aus Schleiz, Unterhaltung am Nachmittag mit den Steinsdorfer Blasmusikanten, Zauberschau für Groß und Klein, Unterhaltung mit Humorist K. Müller, Rehbock- Ausschießen, Kinderbelustigung, Tanz mit der Panorama- Band und Masskrugstemmen. Wieder war dieses Fest ein Erfolg.

Um für die kommenden Jahre gut gerüstet zu sein wurde vom Verein der Kauf der Feldscheune von der LPG „Thomas Müntzer“i. L. beschlossen.

Im Januar 1994 erfolgte im Gemeindewald ein Arbeitseinsatz der Vereinsmitglieder zum Holzeinschlag. Das hierbei gewonnene Holz wurde an die Festhalle transportiert. Dort wurden Bretter und Kanthölzer geschnitten. Am 12. März begann der Abriss des ehemaligen Saustalls der Familie Spitzer in Göhren Nummer 20. Mit vereinten Kräften wurde dem alten Gebäude entgegen gerückt und der Abriss war schnell geschafft. Die dabei ausgebauten Balken und Bretter wurden in die Feldscheune transportiert. Nun wurde mit dem Bau einer festen Tanzfläche und Bühne begonnen werden. Viele Stunden Arbeit waren auch hierbei notwendig bis das Werk vollendet werden konnte.

Zeitgleich wurden vom ehemaligen Imker Peter Niederle 2 nicht mehr benötigte Bienenhäuser an die Feldscheune transportiert. Diese wurden zu einem Verkaufsraum und einem Lager für unser Werkzeug und Material umgebaut.

Der Hinkelstein

Zur Himmelfahrtstour am 12. Mai 1994 wurde ein etwas eigenartiges Steingebilde gefunden und aus lauter Langeweile als Fußball mit an die Feldscheune gebracht. Auf der Baustelle Feldscheune, die Bühne war ja noch nicht fertig, warteten die Frauen auf die Wandersmänner. Bei ein Paar Glas Bier wurde dann das Weidatal- Hinkelsteinstoßen erfunden und erste Trainingseinheiten durchgeführt. Dies wurde gleich als Sportwettkampf fürs Weidatalfest ins Programm aufgenommen.

Nun konnte noch vor dem 3. Weidatalfest ein Stromanschluss der Festhalle erfolgen. Dieser wurde durch die Firma Pönicke errichtet. Bei all diesen Arbeiten wurden von den Mitgliedern des Vereins von Januar bis Juni 1994 ca. 1100 Stunden geleistet. Auch das 3. Weidatalfest wurde ein Erfolg. Erstmals wurde es an Tagen durchgeführt. Am Samstagabend sorgte die Panorama- Band für Stimmung und gute Laune. Am Sonntag gab es den schon traditionellen Frühschoppen mit Freibieranstich. Schnell wurde das 30 Liter Bierfass geleert. Am Nachmittag bestimmte die „Gute- Laune-Band“, die Tanzgruppe KESS, eine Modenschau, Hinkelsteinstoßen und das Rehbockausschießen das Programm. Bei schönsten Wetter wurden 22 Fass Bier geleert, sowie ca. 30 Hausgebackene Kuchen verzehrt.

Da nun die Festhalle gut gerüstet für Veranstaltungen war, wurde 3. September 1994 ein Winzerfest mit den Oberlanbubn organisiert. Auch hier wurde bis spät in die Nacht hinein getanzt und gefeiert.

Im Winterhalbjahr fanden wieder zahlreiche Veranstaltungen im Gemeindehaus in Göhren statt. Kirmes, Vereinsversammlungen, Silvester, Duftabende, Vorträge sowie Skat- und Billardabende fanden viele Besucher.

Im Januar 1995 wurde der erste Vereins-Familien- Winterwandertag organisiert. Die Wanderung mit Besichtigung des Pfarrhofes in Döhlen sowie der Erzmühle führte nach Piesigitz. Zahlreiche Einwohner, Vereinsmitglieder und Freunde des Vereins nahmen an der Wanderung teil. Diese Veranstaltung sollte von nun an Jährlich durchgeführt werden.

Das Weidatalfest und Winzerfest waren wie jedes Jahr gut besuchte Veranstaltungen.

Dank finanzieller Unterstützung durch das Dorferneuerungsprogramm begann am 28. August 1995 der Umbau des Saales im Gemeindehaus. Viele Arbeitsstunden wurden hierbei von den Vereinsmitgliedern geleistet. Die alte Dielung musste beseitigt werden bevor die Firma Spitzer mit dem Trockenbau beginnen konnte. Zeitgleich wurden durch ABM- Kräfte der Gemeindeverwaltung die Außenmauern der Heimatstube ausgeschachtet und Trockengelegt.

Ebenfalls im Winter wurden für die Heimatstube bei der Firma Spitzer neue Ausstellungsvitrinen angefertigt.

Nach Abschluß der Trockenbau- und Elektroarbeiten im Saal wurden die Räumlichkeiten durch Vereinsmitglieder Tapeziert und eingerichtet. Ebenfalls entstand im Dachgeschoss des Saales ein Billardraum, so dass der Billardtisch endlich in einen schönen, großen Raum aufgestellt werden konnte.

Am 23. Februar 1996 konnte der Billardraum seiner Bestimmung übergeben werden.

Das Großereignis des Jahres war jedoch die feierliche Einweihung des Saales. Nach ca. 700 Stunden Ehrenamtlicher Arbeit wurde dies im Rahmen einer großen Faschingsparty mit den Merkendorfer Musikanten würdig gefeiert.

Im März begannen die Renovierungsarbeiten in der Heimatstube. Am 14. April 1996 fand die Einweihung der Heimatstube statt. Darin wird in mehreren Vitrinen die Geschichte der Gemeinde Göhren- Döhlen gezeigt. Ebenfalls sind Gegenstände und Fotos vom Leben auf dem Land zu sehen.

Zur Einweihungsfeier waren alle Sponsoren des Vereins geladen. Extra zu diesem Anlass wurde eine Sau geschlachtet. Am Abend gab es für die ca. 100 Gäste frische, hausgeschlachtene Wurst. Der neue Saal war an diesen Abend bis auf den letzten Platz besetzt.

Im Mai wurde die alte Gemeinschafts- Antennenanlage samt aller Freimasten im Ort zurückgebaut. Die Antennenanlage wurde im Jahr 19.. von den Bewohnern erbaut um einen besseren Fernsehempfang zu erhalten. Von nun an war es auch möglich „Westfernsehen“ zu empfangen. Nach der Wende wurde diese Anlage jedoch nicht mehr gebraucht.

Im Mai 1996 wurde mit finanzieller Unterstützung des Flurneuordnungsamtes Gera das Dach der Festhalle neu eingedeckt. Gut vorbereitet wurde das Weidatalfest wieder ein großer Erfolg. Im Winter fanden wieder mehrere Veranstaltungen im Gemeindehaus statt. Vorträge zur Heimatgeschichte, Dia- Abende sowie Skat- und Billardabende fanden wieder viele Besucher.

Im Januar 1997 konnte bei herrlichen Winterwetter und viel Schnee ein Ski- Fasching auf dem Anger in Döhlen durchgeführt werden. Viel Närrisches Volk war hier anzutreffen. Bei Pfannenkuchen und warmen Getränken wurde auch an die kleinsten Einwohner gedacht. Zum Maibaumaufstellen am 30.April wurde erstmals von den Frauen des Vereins ein Kranz aus Fichtenzweigen gebunden. Diese alte Tradition wird nun jährlich fortgesetzt. Zur Vorbereitung des Weidatalfestes wurde wieder viel am Umfeld der Festhalle gewerkelt, kleinere Reparaturen durchgeführt und um die Halle wurde Wein angepflanzt. Im September 1997 wurde in Zusammenarbeit mit dem Autohaus Schweiger ein Treffen für Skodafahrer- und Freunde in der Festhalle organisiert.

Nach der vielen Arbeit ging es am 13. September zur 2. Vereinsausfahrt nach Schloß Burgk und in den Märchenwald nach Saalburg sowie zu einer Rundfahrt auf der Bleilochtalsperre. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Abendessen in der Gaststätte „ ZumTaubenschlag“ in Staitz.

Der 4. Vereins-Familien- Winterwandertag fand am 17. Januar 1998 statt. Vom Winter war jedoch nichts zu spüren. Dies tat der guten Laune der 45 Wanderfreunde keinen Abbruch. Die Tour führte über die Valentinsmühle bei Schüptitz über den Müllerburschensteg zur Burgruine Reichenfels. Dort wurde der tag mit einem Museumsbesuch abgerundet.

In Vorbereitung des Weidatalfestes wurde ein gebrauchter Toilettencontainer in Leipzig gekauft. Um diese Toiletten jederzeit benutzen zu können wurde in Eigenregie ein Untergestell für den Container gebaut. Hierbei kam ein ausgedienter Bienenwagen vom ehemaligen Imker Martin Dicke aus Döhlen zu Einsatz. Die Anschaffung und Renovierung des Toilettencontainers beendeten endlich die Zeiten des Dixi-Klos. Sehr zur Freude unserer vielen Gäste des Weidatalfestes.

Erstmals wurde durch den Verein ein „Tag des offenen Denkmals“ durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde Göhren- Döhlen mit Pfarrer Friedhard Kummer an der Spitze, den Einwohnern Göhren- Döhlens vielen Handwerkern und Musikanten wurde am 13. September der Pfarrhof in Döhlen einem breitem Publikum geöffnet. Führungen durch die Denkmalgeschützte Pfarrei und der dazugehörigen überdachten Holzbrücke aus dem Jahr??? unddie Vorstellung des alten Leichenwagens standen auf dem Programm. Musikalisch umrahmt wurde der Tag vin der Gruppe „Lanz-Leut“ aus Gera. Sehr interessant war der musikalische Vortrag von Herrn Oberpfarrer Dr. Krauße aus Auma, der auf historischen Instrumenten spielte. Der Erlös des Tages wurde im Rahmen des Kirchweihgottesdienstes am 1. November der Kirchgemeinde zur Renovierung der Kirche gespendet.

Schnell verging wieder ein Jahr.

Zur Winterwanderung ging es im Januar 1999 an die Weidatalsperre mit Besichtigung des Rohwasserpumpwerkes, der Staumauer sowie weiter zum Hochbehälter Staitz.

Da auf dem Hof der Familie Niederle in Göhren noch immer ein alter Backofen aus Omas Zeiten Funktionsfähig steht sollte dieser wieder zum Leben erweckt werden. Schon seit einigen Jahren gibt es diese Idee, wurde jedoch immer aus Zeitmangel verschoben. Nun wurde es aber ernst. Ein Termin wurde gemacht und ein erstes „Probebacken“ durchgeführt. Am 20. Februar 1999 um 7.00 Uhr wurde der Backofen nach vielen Jahren wieder angebrannt. Unter fachkundiger Anleitung von Beate Röhler wurden einige selbstgebackene Kuchen in den Ofen geschoben. Wenn auch am Anfang mancher Kuchen etwas Schwarz aus dem Ofen kam schmeckten diese jedoch Prima. Somit stand einem offiziellen Backfest nichts mehr im Wege. Da beim Probebacken genauestens über jeden Arbeitsgang Protokoll geführt wurde, sahen die Kuchen und das selbst gebackene Brot hervorragend aus. Und geschmeckt haben die Kreibelkuchen und Brote alle super.

Nach einigen Vorbereitungsarbeiten für das Weidatalfest konnte wieder ein schönes Wochenende im Weidatal verbracht werden. Nach einem Tanzabend am Samstag stand der Sonntag ganz im Zeichen eines Familientages. Modenschau mit Modeln des Vereins und Blasmusik aus Zeulenroda sorgten für Kurzweil unter den Gästen Auch wurde wieder für die Sportler etwas neues ins Programm aufgenommen. Beim Strohballengabeln gab es harte Duelle um den Sieg. Hierbei musste ein Strohballen mittels einer Heugabel, ähnlich dem Hochsprung, über eine möglichst große Höhe gegabelt werden.

Am Montag nach dem Fest galt es wieder wie all die Jahre zuvor schon das Festgelände wieder aufzuräumen. Ebenfalls mussten die Rester, Speisen und Getränke aller Art noch verzehrt werden. Nach der vielen Arbeit und dem langen Wochenende war dies eine schöne., lustige Abwechslung wo manch neue Idee für das Vereinsleben entstand.

Am 28. August 1999 spielte erstmals die Triebeser Dance- Band zum Winzerfest. Auch die dies war wieder gut besucht.

Am Sonntag wurde auch gleich weiter gefeiert. Die Freiwillige Feuerwehr Göhren- Döhlen erhielt im Sommer ihr neues Löschfahrzeug, ein Kleinlöschfahrzeug Thüringen. Dies musste natürlich standesgemäß eingeweiht werden. Da fast alle Männer des Verein auch Mitglied der FFW Göhren- Döhlen sind war dies eine Selbstverständlichkeit. Die Bewirtung übernahm der Verein und die Feuerwehr sorgte für gute Unterhaltung. Der Ortsbrandmeister Volker Heuschkel, in Personalunion auch Vorsitzender des Vereins, hielt eine Ansprache im Beisein von Landrätin Martina Schweinsburg, Kreisbrandmeister Frank Schneider und den Feuerwehren aus Staitz, Dörtendorf, Triebes, Zeulenroda, Steinsdorf und Auma. Neben vielen kleinen Präsenten der befreundeten Wehren übergab der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Göhren- Döhlen, Gunder Hößelbarth, eine neue Kettensäge an die Kameraden.

Im Anschluss gab es eine kleine, aber feine Vorführung zur Brandbekämpfung von Löschtechnik vergangener Tage bis hin zum modernen Löschfahrzeug. Diese Veranstaltung war bisher einmalig in Göhren- Döhlen und bleibt allen Beteiligten wohl ewig in Erinnerung.

Zum Saisonabschluss in der Festhalle gab es eine Spansau- Feier im September. Hierbei wurde das vergangene Jahr ausgewertet und neue Pläne geschmiedet.

Den Winter über gab es im gemeindehaus in Göhren wieder ein Vielzahl von Veranstaltungen. Kirmes, Weihnachtsfeier, Silvester, Skat, Billard und Vorträge liesen keine Langeweile aufkommen. Die Frauen des Vereins belegten bei harry Herzog „Harrys Kochkurs“. Lustig und Interessant war auch dies Veranstaltung.

Zur Winterwanderung am 5. Februar 2000, auch diesmal wieder ohne Schnee jedoch mit Sonnenschein, führte uns nach Schüptitz in die Heimatstube und weieter nach Loitsch in die gaststätte „Zum Vogelnest“ zum Abendessen und gemütlichen Tagesausklang. Die Heimreise wurde in altbewährter Tradition mit dem Taxiunternehmen Knorrn aus Triebes abgesichert.

Ein weiterer Höhepunkt im Vereinsleben wurde die Vereinausfahrt vom 24.- 26. März 2000 nach Jever. Da viele Männer des Vereins nur „Männerbier“ also Jever trinken, wurde die Idee geboren, sich die dortige Brauerei einmal anzusehen. Gesagt getan und schon ging es los. Nach 7 Stunden Busfahrt erreichten wir Jever. Die Besichtigung der Brauerei und des historischen Brauhauses waren sehr interessant.